In dem Buch 1984 von George Orwell sind die „Memory Holes“ (Gedächtnislöcher) Öffnungen in den Wänden von Ministerien und Büros. Dokumente, Zeitungen und andere Unterlagen werden dort hineingeworfen und anschließend verbrannt.

„Alles verschwand in einem Nebel. Die Vergangenheit wurde gelöscht, die Löschung wurde vergessen, die Lüge wurde Wahrheit.“
Die Aufgabe der Gedächtnislöcher besteht darin, alle Beweise zu vernichten, die der aktuellen Darstellung der Partei widersprechen. Wenn die Partei ihre Meinung ändert oder frühere Aussagen falsch waren, werden alte Aufzeichnungen geändert oder beseitigt. Dadurch soll es so wirken, als habe die Partei immer recht gehabt.
Der Hauptfigur Winston Smith arbeitet im Wahrheitsministerium und verbringt einen großen Teil seiner Zeit damit, alte Zeitungsartikel umzuschreiben und die ursprünglichen Versionen in die Gedächtnislöcher zu werfen. Die Wirklichkeit wird der Ideologie angepasst. Wahrheit wird dem Zugang der Menschene entzogen.
Das übergeordnete Ziel, das durch das Gedächtnisloch erreicht wird, lässt sich in der berühmtesten Formel des Buchs zusammenfassen:
„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“
Diese dystopische Erzählung wird mit KI Wirklichkeit.
Wirklichkeit entsteht nur im menschlichen Geist, nirgendwo sonst.
Georg Orwell – 1984
Das Ergbnis ist das Ende der Wahrheit. Memory holes. Lücken in der Wahrheit. Alles wird relativ. Auch der Mensch wurde am Ende bedeutungslos. Wenn Menschen vom Regime liquidiert werden, löscht das Gedächtnisloch auch ihre historische Existenz:
„Mit einem Mal hörte man einfach auf, von ihnen zu hören. […] Man wurde aus den Registern gestrichen, jede Spur der eigenen Existenz wurde getilgt, die eigene einstige Existenz wurde geleugnet und dann vergessen. Man wurde abgeschafft, vernichtet: eine Unperson, wie die übliche Bezeichnung lautete.“
Aber Wahrheit ist nicht relativ.
„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
Johannes 14,6: