Herodes Agrippa II.

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Herodes Agrippa II (27–100 n. Chr.) war der letzte König der herodianischen Dynastie und ein Urenkel von Herodes dem Großen. Er spielte eine wichtige Rolle in den politischen und religiösen Auseinandersetzungen in Judäa während des 1. Jahrhunderts, insbesondere in den Jahren vor dem jüdischen Krieg gegen Rom.

Herkunft und Familie

Vater: Herodes Agrippa I., der im Jahr 44 n. Chr. starb (Apg 12,21–23).

    Großvater: Aristobulos IV., ein Sohn von Herodes dem Großen.

    Agrippa II wuchs zum Teil in Rom auf und stand unter dem Einfluss römischer Kaiser.

    Herrschaftsgebiet

    Nach dem Tod seines Vaters erhielt er zunächst nicht das Königreich Judäa, sondern erst später kleine Fürstentümer im Norden (vor allem in Galiläa und im Libanon).

    Kaiser Claudius und später Nero übertrugen ihm zusätzlich die Aufsicht über den Tempel in Jerusalem und das Recht, den Hohenpriester einzusetzen.

    Er war ein Klientelkönig Roms, d. h., er regierte unter römischer Oberherrschaft.

    Rolle im Neuen Testamen

    In der Apostelgeschichte (Kapitel 25–26) wird Herodes Agrippa II als Zuhörer der Verteidigungsrede des Apostels Paulus in Cäsarea dargestellt.

    Paulus beruft sich in seiner Verteidigung auf Agrippas Kenntnis der jüdischen Gesetze und Propheten.

    Verhalten im jüdischen Krieg (66–70 n. Chr.)

    Agrippa II versuchte vergeblich, einen Krieg der Juden gegen Rom zu verhindern.

    Nach Ausbruch der Rebellion stellte er sich auf die Seite der Römer und kämpfte an der Seite von Titus gegen die aufständischen Juden.

    Nach der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) blieb er in Macht und Ansehen bei den Römern, verlor aber zunehmend Einfluss in Judäa.

    1. Tod und Nachwirkung

    Er starb vermutlich um das Jahr 100 n. Chr., kinderlos.

    Mit ihm endete die herodianische Königsdynastie.

    Sein Lebensstil war stark von der römischen Kultur geprägt, was ihn für viele Juden unglaubwürdig machte.