Der «Barnabasbrief» (um 100 n. Chr.) ist eine theologische Abhandlung, die sich mit dem Verhältnis der christlichen Gemeinde zum jüdischen Glauben befasst und zum Ende hin eine ethische Wegweisung anhand der zwei Wege entfaltet, die inhaltlich der in der Didache dargestellten Lehre vom «Weg des Lebens» und vom «Weg des Todes» nahekommt. Hier einige Auszüge aus dem Barnabasbrief: Ihr merkt also, Kinder der Freude, dass uns der gute Herr alles vorher geoffenbart hat, damit wir erkennen, wem wir in allem Dank und Lob schulden. Wenn nun der Sohn Gottes, obwohl er der Herr ist und einmal richten wird Lebendige und Tote, gelitten hat, damit seine Wunde uns Leben schenke, so sollen wir überzeugt sein, dass der Sohn Gottes nur unseretwegen leiden konnte.71 Im Barnabasbrief wird auch schon aufgrund des Alten Testaments eine theologische Begründung für die christliche Feier des Sonntags gegeben: Zudem aber sagt er ihnen: «Eure Neumonde und eure Sabbate ertrage ich nicht mehr.» Sehet, wie er sagt: Nicht die jetzigen Sabbate sind mir angenehm, sondern den ich eingesetzt habe, an dem ich, nachdem ich alles beendigt habe, den Anfang des achten Tages, das heißt den Beginn einer anderen Welt ansetzen werde. Deshalb begehen wir auch den achten Tag72 in Freude, an dem auch Jesus von den Toten auferstanden und, nachdem er sich geoffenbart hatte, in den Himmel aufgestiegen ist.73