Als der Tag des Prozesses näher rückt, kommt Perpetuas Vater erneut zu ihr. Er versucht nicht mehr, sie zu beschimpfen, sondern bricht weinend vor ihr zusammen. Das ist eine der herzzerreißendsten Szenen der antiken Literatur:
„Mein Vater kam aus der Stadt zu mir, aufgerieben vor Kummer. Er trat an mich heran, um meinen Glauben zu erschüttern, und sagte: ‚Tochter, hab Erbarmen mit meinen grauen Haaren! Hab Erbarmen mit deinem Vater, wenn ich es noch wert bin, von dir Vater genannt zu werden. […] Schau auf deine Brüder, schau auf deine Mutter und deine Tante, schau auf deinen kleinen Sohn, der nach deinem Tod nicht weiterleben kann! Leg deinen Stolz ab und stürze uns nicht alle ins Verderben!‘ […] Er küsste mir die Hände, warf sich mir zu Füßen und nannte mich unter Tränen nicht mehr seine Tochter, sondern seine Herrin. Und ich war voller Trauer über das graue Haar meines Vaters, denn er war der Einzige aus meiner ganzen Familie, der sich über mein Leiden nicht freuen konnte. Und ich tröstete ihn und sagte: ‚Auf jener Tribüne wird das geschehen, was Gott gefällt; denn wisse, dass wir nicht in unserer eigenen Kraft stehen, sondern in der Kraft Gottes.‘ Da ging er traurig von mir.“ (Passio, Kapitel 5)
Als der Tag des Prozesses näher rückt, kommt Perpetuas Vater erneut zu ihr. Er versucht nicht mehr, sie zu beschimpfen, sondern bricht weinend vor ihr zusammen. Das ist eine der herzzerreißendsten Szenen der antiken Literatur:
„Mein Vater kam aus der Stadt zu mir, aufgerieben vor Kummer. Er trat an mich heran, um meinen Glauben zu erschüttern, und sagte: ‚Tochter, hab Erbarmen mit meinen grauen Haaren! Hab Erbarmen mit deinem Vater, wenn ich es noch wert bin, von dir Vater genannt zu werden. […] Schau auf deine Brüder, schau auf deine Mutter und deine Tante, schau auf deinen kleinen Sohn, der nach deinem Tod nicht weiterleben kann! Leg deinen Stolz ab und stürze uns nicht alle ins Verderben!‘ […] Er küsste mir die Hände, warf sich mir zu Füßen und nannte mich unter Tränen nicht mehr seine Tochter, sondern seine Herrin. Und ich war voller Trauer über das graue Haar meines Vaters, denn er war der Einzige aus meiner ganzen Familie, der sich über mein Leiden nicht freuen konnte. Und ich tröstete ihn und sagte: ‚Auf jener Tribüne wird das geschehen, was Gott gefällt; denn wisse, dass wir nicht in unserer eigenen Kraft stehen, sondern in der Kraft Gottes.‘ Da ging er traurig von mir.“ (Passio, Kapitel 5)