Vincent van Gogh – Der barmherzige Samariter

Vincent van Goghs Gemälde Der barmherzige Samariter entstand im Mai 1890 in der Nervenheilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy-de-Provence und zählt zu den emotional dichtesten Werken seiner späten Schaffensphase.

Von Nach Eugène Delacroix / Vincent van Gogh – Vincent_Willem_van_Gogh_022.jpg, Gemeinfrei,

Van Gogh konzentriert sich in seinem Gemälde auf den höchsten Moment der physischen Anstrengung. Der Samariter hebt den entwaffneten, schlaffen Körper des Verwundeten mit ganzer Kraft auf sein Pferd. Der Einsatz des Samariters kostet ihn alle Kraft.

Der Samariter und der Mann werden von Van Gogh ganz verwoben dargestellt. Das Leid des eines ist Teil des Körpers des Samariters. Da ist keine räumliche Trennung mehr.

So suchen wir in unserem Leben einen der unser Leben teilt, sich ganz eins macht mit unserem Leben, unseren Bedürfnissen, unserem Leid. Wir suchen es in anderen Menschen aber auch wenn sie sich bemühen bleiben sie immer getrennt. Sie haben ihr eigenes Leben. Jesus teilt sein Leben ganz mituns. Er gibt sein Leben für uns.

Der hilflose, kranke Mann am Boden symbolisiert Van Goghs eigenen Zustand. In der Anstalt von Saint-Rémy litt Van Gogh unter wiederkehrenden psychischen Krisen und isolierten Lebensbedingungen und fühlte er sich nach schweren Anfällen und Zusammenbrüchen physisch und seelisch ruiniert. Die Haltung des Verwundeten drückt vollkommene Passivität und das Angewiesensein auf fremde Hilfe aus – ein Zustand, unter dem Van Gogh extrem litt

Das Werk ist eine Anfrage an uns. Ich habe Menschen kennen gelernt, etwa in meiner Zeit im Krankenhaus aber auch manchen Rechtsanwalt, die waren so kalt, so empathielos. Da war keinerlei Erbarmen. Der bamherzige Samariter hat sich auf die Seite der verlorenen gestellt.