
Ein Reisezirkus in Dänemark gerät in Brand. Der Direktor schickt daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung umgezogen ist, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, da die Gefahr besteht, dass über die abgeernteten und ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen wird. Der Clown eilt in das Dorf und bittet die Bewohner, sie mögen schnellstens zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler halten das Geschrei des Clowns lediglich für einen gelungenen Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudieren und halten sich die Bäuche vor Lachen. Dem Clown ist gar nicht zum Lachen zumute. Er möchte weinen und er versucht vergebens den Dörflern klarzumachen, dass dies keine Verstellung sei und auch kein Trick ist, sondern bitterer Ernst. Sein Flehen steigert das Gelächter nur und man ist sich einig: Dieser Clown spielt seine Rolle wirklich gut! Dann geschieht, was geschehen muss: Das Feuer greift tatsächlich auf das Dorf über und jede Hilfe kommt zu spät, so dass Dorf und Zirkus gleichermaßen verbrennen.” Sören Kierkegaard
Die Christen versuchen, die Menschen vor einem existenziellen Abgrund (der Verlorenheit, der Sinnleere oder dem „Gericht“) zu warnen. Doch die Kirche und ihre Boten wurden von den modernen Menschen oft nur noch als Relikte einer unterhaltsamen, aber weltfremden Folklore wahrgenommen – als „Clowns im bunten Kostüm“, deren Reden man beklatscht, ohne sie je ernst zu nehmen. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, religiöse oder moralische Reden als Theater oder Tradition abzutun. W