Johann Franck und die Trauergeister

1618 wurde Johann Franck in Guben, einer Stadt an der polnischen Grenze, geboren. In seinem Geburtsjahr begann der 30jährige Krieg. Somit verbrachte Franck die ersten 30 Jahre seines Lebens in einem Land, das von fürchterlichen Kriegswirren heimgesucht wurde. Dreiviertel der deutschen Bevölkerung verlor ihr Leben. Sein Vater starb früh, ansonsten blieb seine Kindheit und Jugendzeit ohne besondere Vorkommnisse. Es war ihm möglich, zur Schule zu gehen und Jura zu studieren. Nach dem Krieg arbeitete er als Rechtsanwalt und Bürgermeister.

Ein herrliches, altes Kirchenlied, geschrieben von einem Mann, der die ersten 30 Jahre viel Leid und Brutalität sehen musste, der aber seine Freude und seinen Trost in Jesus fand!

Jesu, meine Freude,
meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier.

Ach, wie lang, ach lange
ist dem Herzen bange,
und verlangt nach dir!

Gottes Lamm, mein Bräutigam,
außer dir soll mir auf Erden
nichts sonst Liebers werden.

Unter deinem Schirmen
bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.

Laß den Satan wittern,
laß den Feind erbittern,
mir steht Jesus bei!

Ob es itzt gleich kracht und blitzt,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken;
Jesus will mich decken.

Trotz dem alten Drachen,
trotz es Todes Rachen,
trotz der Furcht darzu!

Tobe, Welt, und springe;
ich steh hier und singe
in gar sichrer Ruh!

Gottes Macht hält mich in acht;
Erd und Macht muß verstummen,
ob sie noch so brummen.

Weg mit allen Schätzen,
du bist mein Ergötzen,
Jesu, meine Lust!

Weg, ihr eitlen Ehren,
ich mag euch nicht hören,
bleibt mir unbewußt!

Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod
soll mich, ob ich viel muß leiden,
nicht von Jesu scheiden.

Gute Nacht, o Wesen,
das die Welt erlesen,
mir gefällst du nicht!

Gute Nacht, ihr Sünden,
bleibet weit dahinten,
kommt nicht mehr ans Licht!

Gute Nacht, du Stolz und Pracht!
Dir sei ganz, du Lasterleben,
gute Nacht gegeben.

Weicht, ihr Trauergeister,
denn mein Freudenmeister,
Jesus, tritt herein.

Denen, die Gott lieben
muß auch ihr Betrüben
lauter Sonne sein.

Duld ich schon hier Spott und Hohn,
dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu meine Freude