
Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
2. Korinther 4,6
Die Bildserie entstammt der Nikolaikirche in Flensburg und zeigt das Gesicht der spätmittelalterlichen Figur des Gekreuzigten am Triumphkreuz im Gewölbe der Nikolaikirche. Mit dem Mittel der Verfremdung und der Wiederholung beschreibt sie die Erfahrung eines Mannes, der in dieser Kirche einen ganz persönlichen Heilungsweg gegangen ist. Als Symbol seines Weges und zum Dank hat er diese Bildserie angefertigt und der Gemeinde geschenkt.
Im Rahmen einer Wiedereingliederungsmaßnahme war Herr R. zweieinhalb Jahre lang nach St. Nikolai zu Reinigungs- und Hausmeistertätigkeiten abgeordnet. Täglich hat er in dieser Kirche Fußboden und Bänke sauber gehalten, den Altarraum gereinigt, Kerzen versorgt und zu Konzerten und Veranstaltungen sowie besonderen Gottesdiensten Vor- und Nachbereitungsarbeiten durchgeführt. Unter dem Gekreuzigten im Gewölbe hat er gearbeitet. Er wurde ihm so immer mehr zum Begleiter. In seiner Nähe hat Herr R. neu zum Leben gefunden, auch in Gesellschaft und Familie.
Er schreibt zu seinem Weg:
Als ich mich mit all meinem Leid und all meinem Schmerz an Gott wandte und in dieses Gesicht schaute, fing ich an zu weinen. Mein Herz begann zu bluten. Ich ließ mein Leben Revue passieren und bereute von ganzem Herzen, was ich anderen Menschen an Unrecht zugefügt habe.
Ich weiß nicht, wie lange ich durch dieses Feuer gegangen bin. Eines Tages sah ich wie ein sanftes Lächeln in diesem Gesicht. Da wusste ich, dass ich Gott wieder erreicht hatte. Ich spürte Gott; er gab Balsam für meine Seele.
O Gott, ich danke für deine Liebe. Ich weine nicht um Vergangenes, ich weine nicht um Zukünftiges. Ich weine nur, wenn ich gottlos umherirrte.