Der kleine Prinz und sein Bund mit der Rose

In dem Buch „Der kleine Prinz von Antoine-Marie Saint-Exupéry erzählt der Fuchs dem kleinen Prinzen, der sich intensiv in eine kleine Rose investiert hat, was dieses „Vertrautmachen“, dieses zähmen mit sich bringt. Vor diesem Prozess ist die Rose für den Prinzen nur eine Rose unter tausend anderen, und der Fuchs ist nur ein Fuchs unter zehntausend Füchsen. Vertrautmachen oder zähmen braucht Zeit, Geduld und Rhythmus.

„Du bist ewig für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Durch das Vertrautmachen tritt das andere Wesen aus der Anonymität der Masse heraus und wird unersetzbar.

Wenn man sich jemanden vertraut macht, weckt man Vertrauen und macht das Gegenüber verletzlich. Der kleine Prinz hat seine Rose gegossen, sie vor dem Wind geschützt und ihr zugehört. Dadurch hat die Rose ihr Herz an ihn gehängt und sich von ihm abhängig gemacht. Der Fuchs macht deutlich: Man kann ein solches Band nicht einfach wieder trennen oder das andere Wesen vergessen, wenn es unbequem wird. Wer Liebe und Vertrauen sät, übernimmt damit die moralische Verpflichtung, für das Anvertraute einzustehen und es zu schützen.

Gott hat versprochen diejenigen, die ihm vertraut sind, nicht zu verlassen, sondern ihr Schicksal mit seinem zu verbinden. Wenn wir Jesus folgen, dann gilt die Zusage Gottes in Jesaja 49,15–16

„Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet“)

Gott hat versprochen, dass wir in seinen Händen gezeichnet sind. Es ist ein ewiger Bund. Gott übernimmt Verantwortung für uns, weil er uns kennt.

Das beinhaltet auch, dass es Streit gibt, wenn wir wütend auf Gott sind. Er wird den Bund vonseiner Seite aus nicht brechen.

Als Mose am Anfang seines Auftrages nach Gott fragt und dessen Bestätigung erbittet, antwortet Gott

Und der HERR sprach zu Mose: Auch dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade gefunden vor meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen! 

2. Mose 33,17

Gott zu kennen und er kennt mich ist die Begründung seiner Treue. Was wir in diese gemeinsame Beziehung investieren ist nicht verloren.

Weil er sich an mich klammert, darum will ich ihn erretten.
Ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt.
Ruft er mich an, so will ich ihn erhören.

Psalm 91,14-15

Behrouz