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„Ich würd’ alles nochmal genauso machen
Roger Cicero – Wenn es morgen schon zu Ende wä
Auf seinem Album „Was immer auch kommt“ (2014) gibt es den Titel „Wenn es morgen schon zu Ende wär“ – eine Beschäftigung mit dem Tod. „Ja, klar“, sagte Roger Cicero 2014 im teleschau-Interview auf den Song angesprochen, die Angst vor dem Tod sei ihm nicht fremd. Der Sänger dachte damals dabei vor allem an seinen Sohn. Ihn vorzeitig ohne Vater zurückzulassen, das bereite ihm Sorgen, gestand er: „Was mit mir genau passiert, ist zweitrangig. Ich habe viel erlebt, bin sehr glücklich und dankbar um jede Erfahrung, die ich machen durfte und habe auch nicht den Eindruck, etwas verpasst zu haben.“
Vor genau zehn Jahren, am 24. Märt 2016, passierte das Unerwartete: Roger Cicero starb völlig überraschend in Berlin an den Folgen eines Hirnschlags. Der Sänger wurde nur 45 Jahre alt. Aber nicht nur wegen seines zu frühen Todes bleibt der sympathische, stets perfekt gekleidete Musiker, als Unikat in Erinnerung: Der Mann mit dem Hut brachte den Jazz in die deutschen Charts.
Bereits im November zuvor hatte sich Cicero wegen eines Erschöpfungssyndroms krankgemeldet. Auch der Herzmuskel sei damals betroffen gewesen: „Es war, als hätte jemand den Stecker bei mir gezogen“, gab Cicero Ende Januar gegenüber „Bild“ zu Protokoll. Stress und ein verschleppter Virus seien damals wohl die Auslöser für die Krankheit gewesen.
Laut seiner Plattenfirma habe der Sänger „in den vergangenen Wochen zahlreiche Promotion- und TV Auftritte“ für sein Sinatra-Coveralbum absolviert. „Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarkts auf.“ Im Krankenhaus habe sich sein Zustand „rapide“ verschlechtert. Cicero sei am Abend des 24. März „im Kreise seiner Lieben“ verstorben, „ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben“. Focus.de
Die mittelalterliche Todeswarnung: „Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“ hatte Luther im Glauben zum Lebensruf gekehrt:
„Mitten im Tode sind wir vom Leben umgeben!“
(Luther: Mensch zwischen Gott und Teufel (Berlin: Siedler, 1982), S. 344)