Vor 500 Jahren am 30. Dezember 2025 stirbt Jakob Fugger “der Reiche” in Augsburg

Strecke dich nach dem Himmel aus und du wirst auch die Erde bekommen, aber strecke dich nach der Erde aus und du wirst keins von beiden bekommen.

C. S. Lewis
Porträt des Jakob FuggerAlbrecht Dürer (um 1519)
Albrecht Dürer – The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN3936122202.

“Nachdem der reichste Mann Europas am 30. Dezember 1525 im Alter von 66 Jahren verstorben ist, tragen ihn Bedienstete in einem schmucklosen Holzsarg ohne Inschrift aus dem Firmen-Stammhaus am Augsburger Weinmarkt – letzte Inszenierung bürgerlicher Schlichtheit, auf die Jakob Fugger auch in seinem Familienwappen und in den Porträts von Albrecht Dürer wert legte. Denn “der Reiche” ist ein Emporkömmling, Enkel eines schwäbischen Webers, Sohn des erfolgreichen Augsburger Kaufmanns Jakob Fugger des Älteren. Zwar hat er vor Jahren eine Grafschaft gekauft und als erster Kaufmann überhaupt ein Adelspatent erworben, aber erst zehn Jahre nach seinem Tod wird die Familie den Titel öffentlich führen. Man darf den Verfall der traditionellen Adels-Macht nicht zu offen demonstrieren.

Jakob Fugger, 1459 geboren, ist der jüngste von sieben Brüdern und soll eigentlich Priester werden. Dass er der Firmenlenker wird, verdankt er seinem Können. Er wird in Venedig ausgebildet. Jahrelang führt er dort das Firmenkontor, gründet später eines in Rom. In Italien lernt er die Kunst des Kapitalismus: Leihe Geld an die Mächtigen und erwirb dafür Monopole. So kommen die Fugger an die Silberminen Tirols und bestimmen bald auch, wer dort regiert: der Habsburger Maximilian. Bald dominiert der Fugger-Clan den Silber- und Kupferhandel Europas. In Lissabon gründet Jakob ein Kontor, um am neuen Indienhandel zu profitieren. Als Maximilians Enkel Karl deutscher Kaiser werden will, schlägt Jakobs große Stunde: Er treibt 850.000 Gulden Schmiergeld für die wählenden Kurfürsten auf. Der neue Kaiser ist abhängig vom Augsburger Bankier. Das ist wichtig, denn dem neuen Kapitalismus weht die öffentliche Meinung ins Gesicht. “Fuckerei” ist ein Schimpfwort für Wucher, und ein gewisser Martin Luther schreibt 1517 in seinen Thesen gegen den Ablasshandel: “Die armen irregeleiteten Seelen werfen ihr Scherflein in die Truhe und wissen nicht, dass daneben schon die Diener des Herrn Fugger stehen und darauf achten, dass seinem Herrn nicht der Anteil entgeht.”

Tatsächlich kassieren die Fugger für die Organisation des Ablasshandelns Provision.” wrd.de

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?

Matthäus 16,26

Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

Sprüche 28,22

Wer unrechtem Gewinn nachgeht, zerstört sein Haus; wer aber Bestechung hasst, der wird leben.

Sprüche 15,27

Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Lukas 12.20-21

Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt, und den keine Motten fressen. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Lukas 12.33 – 34