Ayaan Hirsi Ali auf Bild.de Vergleichen Sie das Leben Jesu mit dem Leben Mohammeds

Vergleichen Sie das Leben Jesu mit dem Leben Mohammeds. Dann stellen Sie sich vor, wie die Welt aussehen würde, wenn alle so leben würden wie Jesus und dann stellen Sie sich vor, wie die Welt aussehen würde, wenn alle so leben wie Mohammed.

41. St.Gallen Symposium 2011: | Hannes Thalmann | HSGH 022/002356/01 | CC-BY-SA 4.0

“Die westlichen Nationen befinden sich in einem Umbruch. Das Christentum, der Glaube, den die meisten Westler früher praktizierten, wird weitgehend abgelehnt; in seinem Gefolge hat sich die spirituelle Landschaft rasch mit Pseudoreligionen und einer sich verschlimmernden Epidemie der Verzweiflung gefüllt. Feindliche Mächte wie China und Russland nutzen die Schwäche aus und haben sich in mehreren Bereichen zusammengeschlossen, von Waffenverkäufen und Militärübungen bis hin zur technologischen Zusammenarbeit. Sie haben ihre historischen Differenzen beiseitegelegt, um sich auf ihren gemeinsamen Feind zu konzentrieren: die Vereinigten Staaten.

Die westliche Zivilisation ist auch durch einen anderen, in vielerlei Hinsicht noch gefährlicheren Gegner bedroht – den Islamismus. Schließlich gibt es trotz der naiven Behauptung westlicher Politiker, dass sich die Migranten integrieren und nach den Normen ihrer Aufnahmegesellschaften leben werden, eine fest verankerte Infrastruktur islamistischer Aktivisten im Westen. Ihre ausdrückliche Mission ist es, Muslime davon zu überzeugen, westliche Werte abzulehnen und sich nicht zu assimilieren.

Ehemals friedliche und prosperierende europäische Städte werden nun regelmäßig durch einen guerillamäßigen Kulturkampf zwischen einheimischen Bürgern und muslimischen Einwanderern erschüttert. Die Krise untergräbt genau die kulturellen, sozialen und rechtlichen Systeme, die den Westen zu einem Magneten für den Rest der Welt gemacht haben. Jedes Mal, wenn es zu einem islamistisch motivierten Terroranschlag oder einem Ausbruch von Gewalt kommt, folgen westliche Politiker einem gut einstudierten Drehbuch. Sie verurteilen die Gewalt und die dafür Verantwortlichen und ermahnen gleichzeitig die Öffentlichkeit, nicht alle Muslime mit den wenigen schwarzen Schafen gleichzusetzen, die für die Taten verantwortlich sind. Dieses Drehbuch ist nicht mehr wirksam. In ganz Europa sind Proteste gegen die Einwanderung mittlerweile an der Tagesordnung und gehen manchmal mit Ausschreitungen und Gewalt einher.

Natürlich ist es wahr, dass nicht alle Muslime dem Westen gegenüber negative Gefühle hegen und viele sich assimiliert haben – diese Muslime verabscheuen die Unruhestifter mehr als jeder andere. Aber dies anzuerkennen, ist weder relevant noch hilfreich, um die Ursache des Problems zu verstehen und zu bewältigen. Die Lage verschlechtert sich, statt sich zu verbessern.

Die Ursache für das Scheitern des Westens im Umgang mit dem Zusammenprall der Kulturen liegt in der Weigerung, sich mit den jahrhundertealten zivilisatorischen Kräften auseinanderzusetzen, die dahinterstehen. Diese Kräfte haben den Verlauf meines eigenen Lebens geprägt.

Fünf Kernfragen, um die Krise zu verstehen

Die erste ist das Konzept von Gott. Das grundlegende Gebot des Islam ist die Unterwerfung unter Gott; das grundlegende Gebot des Christentums ist die Liebe zu Gott. Daraus ergibt sich eine andere Art der Beziehung zu Gott, zur Welt und zu sich selbst. Das christliche Konzept eines liebenden Gottes und der Menschen als nach seinem Ebenbild geschaffen, hat eine Kultur geprägt, die sich von der unterscheidet, in der ich aufgewachsen bin. Die westlichen Ideale der Menschenwürde und der Menschenrechte, der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe, des Friedens, der Vergebung und der Versöhnung sind in einem christlichen Verständnis des Menschen und seines Gedeihens verwurzelt.

Das zweite Thema ist das Konzept der Sexualität und insbesondere der Status der Frau. Sex ist überall ein heikles Thema, aber Frauen im modernen Westen sind sicherer, freier und wohlhabender als Frauen zu jeder anderen Zeit und an jedem anderen Ort in der Geschichte. Dies ist einer rechtlichen und sozialen Infrastruktur zu verdanken, die Frauen und Mädchen als vollwertige Personen behandelt, gestützt durch eine philosophische Verpflichtung zur gleichen Würde aller Menschen.

Das dritte Thema ist das Konzept der Gewalt. Das Verbot körperlicher Gewalt ist in westlichen Gesellschaften so fest verankert, dass Gewalt für viele kein Thema ist. In der muslimischen Welt hingegen ist Gewalt ein gängiges Mittel der sozialen Disziplinierung; so löst man Streitigkeiten, erzieht seine Kinder und etabliert seine Autorität gegenüber der Ehefrau, so setzt man Versprechen durch und sorgt dafür, dass Schuldner ihre Schulden begleichen.

Das vierte Thema ist das Konzept der Zeit. Ich war schockiert, als ich in meinen ersten Jahren in Europa feststellte, in welchem Maße Westler ihre Zeit als ihr Eigentum betrachten. Hinter dieser Ordnung stand das klare Bewusstsein, dass Zeit eine endliche und zweckmäßige Ressource ist. Zeit ist nicht zyklisch, sondern direktional, und es ist wichtig, etwas mit seiner Zeit anzufangen.

Das fünfte und letzte Thema ist das Konzept des Geldes. Als ich mich in den Niederlanden niederließ, war mir die Funktionsweise des Geldes im Westen, das Kredit- und Debitsystem und die westlichen Vorstellungen von Eigentum und Besitz fremd. Das Gleiche gilt für viele Einwanderer aus mehrheitlich muslimischen Ländern. Dies ist ein wichtiger Grund dafür, dass so viele Einwanderer schnell in Schulden geraten und manchmal in die Kriminalität abrutschen.
Ich glaube, dass die Betrachtung des Scheiterns vieler muslimischer Einwanderer, sich an das Leben in Europa anzupassen, und des Zusammenpralls der Kulturen durch das Prisma dieser fünf Elemente uns helfen kann, die Aufgabe besser zu verstehen, vor der wir stehen. Diese Frage ist seit dem 7. Oktober 2023 dringlicher geworden. Viele Menschen im Westen waren schockiert über Ausmaß und Heftigkeit der Massenproteste, die islamistische Gruppen – unterstützt von linken Gruppen – an Universitäten und in Städten im Westen initiiert haben.

Wenn man in der muslimischen Welt aufwächst, wird einem von frühester Kindheit an beigebracht, dass Juden der Feind sind. Es ist für mich erschreckend, wenn ich höre, dass islamistische, antisemitische Rhetorik sogar von gewählten Vertretern westlicher Regierungen wiederholt wird. Der Fortschritt der Zivilisation ist nicht unumkehrbar. Der Westen sollte auf der Hut sein.”

Essay von Ayaan Hirsi Ali/ Bild.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert