Jehuda ha-Nasi (auch Rabbi Jehuda der Fürst, ca. 135–217 n. Chr.) war einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten der Spätantike. Er stammte aus einer angesehenen Priesterfamilie und lebte in Galiläa während der römischen Herrschaft über Judäa.
Sein größtes Verdienst war die Sammlung und Redaktion der Mischna, also der grundlegenden Zusammenstellung des mündlichen jüdischen Gesetzes (halacha). Damit legte er den Grundstein für den Talmud. Jehuda ha-Nasi verband hohe Gelehrsamkeit mit politischem Geschick: Er pflegte gute Beziehungen zu den römischen Behörden, insbesondere zu Kaiser Antoninus Pius (nach manchen Überlieferungen auch zu Marcus Aurelius), und schuf dadurch stabile Rahmenbedingungen für das jüdische Leben nach der Zerstörung Jerusalems.
Er gilt als Symbolfigur für die Verbindung von Glaube, Weisheit und Verantwortung und wird im Judentum bis heute als einer der größten Rabbinen verehrt.