1. Typologie, nicht Gleichsetzung
Die Bibel arbeitet oft mit sogenannten Vorbildern (Typen).
Der Pharao ist kein Dämon, sondern ein historischer Herrscher. Aber: Sein Handeln spiegelt Wesenszüge wider, die später klar dem Widersacher Gottes zugeschrieben werden.
2. Zentrale Parallelen zwischen Pharao und dem Teufel
a) Versklavung statt Freiheit
Der Pharao hält Israel in Knechtschaft.
– Zwangsarbeit
– Unterdrückung
– Ausbeutung
→ Der Teufel wird im NT als der beschrieben, der Menschen bindet, knechtet und gefangen hält (Sünde, Angst, Tod).
Israel kann sich nicht selbst befreien.
Erlösung kommt von außen durch Gott – wie später im Evangelium.
b) Widerstand gegen Gottes Wort
Ein Leitmotiv in 2. Mose ist:
„Der Pharao verhärtete sein Herz.“
– Gott spricht
– Gott fordert Freilassung
– Der Pharao widersetzt sich bewusst
Das entspricht dem biblischen Bild des Teufels als dem, der Gottes Willen kennt, ihn aber aktiv bekämpft.
c) Falsche Macht und falsche Zeichen
Der Pharao hat Zauberer, die Gottes Zeichen imitieren (2. Mose 7–8). Aber ihre Macht ist begrenzt und bricht schließlich zusammen.
→ Parallele zum Neuen Testament:
Der Teufel kann täuschen, aber nicht schöpferisch handeln. Er kann nachahmen, aber nicht erlösen.
d) Tötung der Kinder
Der Pharao befiehlt die Tötung der hebräischen Knaben (2. Mose 1). Das ist kein Nebenaspekt.
In der Bibel ist der Teufel von Anfang an ein Mörder (Johannes 8,44).
Parallele:
– Pharao will den Retter verhindern (Mose)
– Später: Herodes will Jesus töten
Das Muster ist identisch.
3. Der Exodus als großes Erlösungsbild
Der Auszug aus Ägypten ist das Erlösungsurereignis des Alten Testaments.
Typologisch:
– Ägypten = Machtbereich der Sünde, des Teufels
– Pharao = Herr dieser Macht
– Mose = von Gott gesandter Retter
– Passah = Rettung durch Blut
– Durchzug durchs Meer = Gericht + Neuanfang
Das Neue Testament greift diese Bilder bewusst auf.