Am 28. Dezember 2015, heute vor zehn Jahren, starb Lemmy Kilmister (Motörhead)

Motörhead im Mai 2005
Mark Marek Mark Marek Copyright Mark Marek Photography ©2007 URL: Motorhead Gallery on Alberta Stars • CC BY-SA 3.0

Er starb als Held einer ganzen Musikergeneration – und zugleich als schwer kranker Mann. Schon Jahre zuvor hatte der Motörhead-Frontmann gesagt:
„Der Tod ist unvermeidlich, nicht wahr? Das wird einem bewusster, wenn man in mein Alter kommt. Es macht mir keine Sorgen. Ich bin bereit. Wenn ich sterben muss, dann bei dem, was ich am besten kann. Wenn ich morgen sterben würde, könnte ich mich nicht beklagen. Es war gut.“

Am Ende ging er leise. Und gezeichnet. Gezeichnet von jahrzehntelangem Alkohol-, Drogen- und Nikotinkonsum. Doch erst der Krebs konnte ihn besiegen. Aus medizinischer Sicht war dieser Mann ein Wunder.

Vor mehr als vierzig Jahren beginnt die Selbstzerstörung des Briten, der sein Leben lang nicht von den Drogen loskam. Seine Vorliebe für Speed entwickelt sich bereits in der Zeit bei Hawkwind, wo er bis 1975 spielt. In einer Dokumentation sagte er einmal:
„Speed ist eine nützliche Droge, denn sie hält dich wach, wenn du es willst. Es ist die einzige Droge, mit der ich zurechtkomme – und ich habe sie alle probiert, mit Ausnahme von Heroin. Ich habe mir nie Drogen gespritzt.“

Lemmy Kilmister erlebt, wie seine große Liebe Susan Bennett – der er später auch seine Biografie White Line Fever widmet – mit nur 19 Jahren an Heroin stirbt. Seit seinem 30. Lebensjahr, so heißt es, trinkt Lemmy täglich mindestens eine Flasche Jack Daniels. Dazu raucht er bis zu drei Schachteln Zigaretten am Tag. Ein normaler Mensch würde daran zugrunde gehen. Lemmy nicht. Es macht ihn zur Legende.

In seiner Biografie White Line Fever (2002) berichtet er, dass er 1980 sogar eine Bluttransfusion plante – er wollte sein altes Blut vollständig austauschen. Die Ärzte lehnen ab. Ihre Begründung: Frisches Blut würde ihn töten. Sein Körper sei so sehr an Speed und Alkohol gewöhnt, dass er ohne diese Substanzen nicht mehr funktioniere. Also trinkt er weiter. Tag für Tag.

Doch die Mischung aus Jack Daniels und Cola im Verhältnis zwei zu eins greift seinen Körper an, vor allem Leber und Bauchspeicheldrüse. Im Jahr 2000 wird bei Lemmy Diabetes diagnostiziert. Auch das bringt ihn nicht zu Fall. Einen echten Rocker sowieso nicht.

Bis 2013. Dieses Jahr macht der Welt die Sterblichkeit Lemmys unübersehbar. Im März bekommt er in Los Angeles wegen Herzproblemen einen Defibrillator eingesetzt. Doch das Herz findet keine Ruhe. Im Juni treten erneut schwere Herzrhythmusstörungen auf. Ende des Monats folgt ein Schwächeanfall, ein Sturz, eine Hüftprellung. Motörhead müssen erste Festivals absagen, darunter „With Full Force“ bei Leipzig.

Die Sorge wächst – spätestens, als Lemmy seinen Auftritt in Wacken nach 25 Minuten abbrechen muss. Der Körper ist zu schwach. Der Geist nicht.

Da er nicht vollständig auf Alkohol verzichten kann, schwört er Jack Daniels ab und wechselt zu Wodka-Orange. Erst 2014 kehrt er auf die Bühne zurück: gealtert, dünn, gebrechlich. Doch er spielt die Herbsttour souverän. Einen Lemmy haut so leicht nichts um.

Sein letzter Sommer führt ihn noch einmal nach Deutschland. Bei „Rock am Ring“ spielt er zeitgleich mit seinem Freund Dave Grohl und den Foo Fighters. Es ist ein Abschied – niemand weiß es. Im August verschlechtert sich sein Zustand während der US-Tour. In Salt Lake City bricht er ein Konzert nach vier Songs ab, klagt über Atemnot wegen der Höhenlage. Wenige Tage später muss er in Austin bereits während des dritten Songs aufgeben.

Doch er kämpft sich zurück, spielt die Tour zu Ende und beginnt am 17. November seine letzte Deutschlandtour in Düsseldorf. Er nimmt Abschied von seinen Fans. Vier Wochen später richtet er seine letzten Worte an sein Berlin – die Stadt, die für ihn zweite Heimat ist, die Stadt seines Hausarztes.

Am nächsten Tag fliegt er zurück nach Los Angeles. Mit engen Freunden feiert er seinen Geburtstag vor. Er ist schwach, isst kaum noch. Am 24. Dezember wird er 70 Jahre alt. Zwei Tage später erhält er die Diagnose: Krebs.

Lemmy hasst Ärzte. Bis zum Schluss hört er nicht auf sie. Als sein Arzt ihm sagt, ihm blieben noch acht Wochen, ignoriert er auch das.
Lemmy Kilmister ging schon zwei Tage später.

Wahrscheinlich ist er für ewig verloren, denn er starb ohne Versöhnung mit Gott. Leben ohne Gott ist vollkommen sinnlos. Dass er sich immer aufgerappelt hatte, ist zwei bemerkenswert aber ohne Gesundheit eine Quale. Ein Mensch kann in den Himmel kommen ohne Gesundheit, ohne Ehre, ohne Bildung und ohne Freude, aber niemals ohne Jesus Christus.

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