Königreich Iberien (georgisch Iberia bzw. Kartli) war ein bedeutendes antikes Königreich im Südkaukasus auf dem Gebiet des heutigen Östlichen Georgien, das etwa vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. bestand.
Geografie und Zentren
- Territorium: Das Kernland entsprach im Wesentlichen der historischen georgischen Region Kartlien. Im Westen grenzte es an das Königreich Kolchis (die spätere Egrisi-Region) am Schwarzen Meer.
- Hauptstadt: Das politische und religiöse Zentrum war jahrhundertelang die Stadt Mzcheta. Im 5. Jahrhundert n. Chr. verlegte König Wachtang I. Gorgassali die Hauptstadt in das neu gegründete Tiflis (Tbilissi).
Historischer Überblick
- Staatsgründung: Laut georgischen Überlieferungen einigte König Parnawas I. um 300 v. Chr. die Kartwelischen Stämme, begründete die Parnawaziden-Dynastie und schuf die Grundlagen der georgischen Schrift und Verwaltung.
- Zwischen den Großmächten: Aufgrund seiner strategischen Lage an den Kaukasuspässen lag Iberien im Überschneidungsbereich der Interessen des Römischen Reiches (später Byzanz) und des Perserreiches (Parther und Sassaniden) und wechselte mehrfach den Einflussbereich.
- Frühe Christianisierung: Um das Jahr 337 n. Chr. erklärte König Mirian III. – inspiriert durch das Wirken der heiligen Nino – das Christentum zur Staatsreligion. Iberien zählt damit zusammen mit Armenien zu den ältesten christlichen Staaten der Welt.
- Niedergang: Im Jahr 580 n. Chr. schafften die persischen Sassaniden das Königtum ab und wandelten Iberien in eine Provinz um. Die Region bildete später das Herzstück bei der Entstehung des mittelalterlichen vereinten Königreichs Georgie