Der nordirische Mathematiker und christliche Apologet John Lennox erzählt in seinen Vorträgen und Büchern oft eine berühmte, prägende Anekdote aus seiner Zeit als junger Student an der Universität Cambridge.
Dabei ging es um eine Begegnung mit einem Nobelpreisträger (oft als der atheistische Professor beschrieben), die Lennox‘ Entschlossenheit, seinen Glauben öffentlich zu verteidigen, massiv prägte.
Hier ist die Geschichte, wie John Lennox sie oft auf Deutsch oder in Übersetzung erzählt:
Die Begegnung in Cambridge
Als Lennox ein junger Student in Cambridge war, saß er bei einem Abendessen neben einem sehr bekannten Professor, der ein überzeugter Atheist und Nobelpreisträger war. Lennox, der nie ein Geheimnis aus seinem christlichen Glauben machte, wurde von dem Professor ins Visier genommen.
Der Professor fragte Lennox vor allen anderen Gästen:
„Lennox, interessieren Sie sich für eine Karriere in der Wissenschaft?“
Als Lennox mit „Ja“ antwortete, gab ihm der Professor einen radikalen Rat:
„Dann müssen Sie diesen simplen Glauben an Gott heute Abend vor Zeugen aufgeben. Denn wenn Sie das nicht tun, wird Sie das intellektuell so stark behindern, dass Sie im Vergleich zu Ihren Kollegen untergehen werden. Sie werden es in der Wissenschaft zu nichts bringen.“
Der psychologische Druck
Lennox beschreibt diesen Moment oft als einen enormen Schock. Es war ein massiver Versuch von intellektuellem Mobbing und Autoritätsdruck. Der Professor versuchte im Wesentlichen zu „beweisen“, dass Atheismus die zwingende Voraussetzung für wahre Wissenschaft sei und dass Glaube an Gott den Verstand lähme.
Lennox blieb jedoch ruhig und stellte dem Professor eine Gegenfrage, die die Situation umdrehte:
„Was haben Sie mir denn heute Abend zu bieten, das besser ist als das, was ich schon habe?“
Der Professor fing an, über den Reduktionismus zu sprechen – die Idee, dass der Mensch und das Universum nichts weiter als ein Haufen von Atomen und Molekülen sind, ein rein zufälliges Nebenprodukt evolutionärer Prozesse.
Lennox‘ messerscharfer Konter
Lennox nutzte genau dieses atheistische Argument des Professors, um dessen eigene Logik zu widerlegen. Das Argument verläuft im Kern so:
- Die atheistische Prämisse: Wenn der Atheismus wahr ist, dann ist der menschliche Verstand (das Gehirn) das Endprodukt eines ziellosen, ungelenkten, rein materialistischen Evolutionsprozesses.
- Die logische Schlussfolgerung: Wenn das Gehirn nur das Produkt von zufälligen Mutationen und chemischen Reaktionen ist, warum sollte man dann den Gedanken vertrauen, die dieses Gehirn produziert?
Lennox fragte den Professor sinngemäß:
„Wenn Sie wüssten, dass der Computer in Ihrem Labor das Ergebnis eines völlig zufälligen, ungeplanten Prozesses wäre, würden Sie seinen Berechnungen vertrauen?“
Der Professor antwortete: „Nein, natürlich nicht.“
Lennox konterte: „Und dennoch vertrauen Sie Ihrem Gehirn, um mir zu beweisen, dass der Atheismus wahr ist, obwohl Ihr Atheismus besagt, dass Ihr Gehirn genau so ein Zufallsprodukt ist?“
Das Fazit von John Lennox
Der Professor hatte darauf keine schlüssige Antwort. Für Lennox war diese Begegnung ein Wendepunkt. Er erkannte zwei Dinge:
- Atheismus ist ein intellektuelles Eigentor: Der Atheismus untergräbt die Rationalität, die man braucht, um überhaupt Wissenschaft zu betreiben. Wenn der Verstand nicht von einer rationalen Quelle (Gott) geschaffen wurde, gibt es keinen Grund, der menschlichen Vernunft zu vertrauen.
- Keine Angst vor Autoritäten: Er schwor sich an diesem Abend, sich niemals wieder von akademischen Titeln oder dem Status eines Professors einschüchtern zu lassen, wenn es um die Wahrheit des Evangeliums und die Existenz Gottes geht.
Lennox betont heute immer wieder: „Der Atheismus beweist sich nicht selbst, er schafft sich intellektuell selbst ab.“ Wahre Wissenschaft passt viel besser zu einem christlichen Weltbild, das davon ausgeht, dass das Universum von einem rationalen Schöpfer gestaltet wurde und deshalb mathematisch verstehbar ist.