Am 9. Mai 1976 erhängte sich Ulrike Meinhof, die Linksterroristin der RAF, in ihrer Stuttgarter Zelle.

Gedanken aus dieser fürchterlichen Zeit:
Was mag jemand empfinden, wenn er ein „Bis nachher“ hört, die Person aber nie wieder erleben kann, die dies gesagt hat weil sie auf einmal nicht mehr lebt? Ein unheimlicher Gedanke …

Die Witwe des 1972 von der RAF ermordeten Hans Eckhardt hat 35 Jahre später öffentlich ihre Empfindungen nach dem Mord an ihrem Mann zum Ausdruck gebracht. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie davon sprach, dass sie Minuten vor dem Tod ihres Mannes, der Polizist war, von ihm hörte: „Bis nachher.“ Sie sagte im Interview: „Das ist das Schreckliche, dieser plötzliche Schnitt. Wir hatten uns abends verabschiedet, und man sagt: ‚Bis nachher!‘ Aber da ist dann kein Nachher mehr.“

Die Klage Hiobs bringt das zum Ausdruck:

„Bedenke, dass mein Leben ein Wind ist;
mein Auge wird das Glück nicht wiedersehen.
Das Auge, das mich sah, schaut mich nicht mehr;
wenn deine Augen nach mir suchen, bin ich nicht mehr.
Wie eine Wolke vergeht und verschwindet,
so kommt nicht wieder herauf, wer ins Totenreich fährt.“

Hiob 7,7 – 10

Aber wir wissen das Ende Hiobs. Nun hat mein Auge dich gesehen.