Die drei ersten Plagen betreffen uns alle.

John Martin – www.mfa.org — The Seventh Plague

Es gibt einen strukturellen Unterschied zwischen den ersten drei Plagen und den nachfolgenden sieben Plagen. In den ersten drei Plagen sind sowohl das Volk Israel als auch die Ägypter gleichermaßen betroffen. Alle leiden unter diesen Plagen. Gott macht zunächst keinen Unterschied zwischen seinem Volk und den anderen. Die Auswirkungen dieser Plagen treffen das ganze Land.

Ab der vierten Plage ändert sich das ausdrücklich. Gott kündigt an, dass er von nun an einen Unterschied machen wird zwischen den Ägyptern und seinem Volk Israel. Von diesem Zeitpunkt an treffen die weiteren Plagen nur noch die Ägypter, während die Israeliten verschont bleiben. Diese Unterscheidung zieht sich durch alle folgenden Gerichte hindurch.

„damit du erkennst, dass ich der HERR bin mitten im Land“

2. Mose 8,18

Das kann als Bild dafür verstanden werden, dass auch wir als Christen unter der Endlichkeit des Lebens stehen. Wir leiden wie alle anderen Menschen unter Krankheit, Alter, Leid und Tod und unter vielem, was das Leben beschwert. Die Zugehörigkeit zu Gott bedeutet zunächst nicht, vom allgemeinen Leid dieser Welt ausgenommen zu sein. Doch ab einem bestimmten Punkt macht Gott einen Unterschied. Es ist nicht gleichgültig, ob ein Mensch zu Gottes Volk gehört oder nicht.

Besonders deutlich wird diese Unterscheidung in der neunten Plage, der Plage der Finsternis. Während über Ägypten eine dichte, lähmende Dunkelheit kommt, bleibt das Land Goschen, in dem die Israeliten leben, erleuchtet. Damit wird sichtbar, dass Gott mit seinem Volk ist. Das Licht in Goschen ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes mitten im Gericht.

Diese Unterscheidung bleibt nicht ohne Wirkung. Beim Auszug aus Ägypten schließt sich den Israeliten ein großes und zahlreiches Volk an. Die Bibel berichtet, dass ein Mischvolk mit ihnen auszog. Viele Menschen erkannten angesichts der Gerichte und der Bewahrung Israels, dass dieser Gott der lebendige Gott ist.

So sind auch wir berufen, mitten in einer dunklen Welt zu leben, in der Leid real ist, aber in der Gottes Gegenwart einen Unterschied macht. Nicht wir selbst erzeugen das Licht, sondern Gott ist es, der sein Volk erleuchtet. Wo Gott gegenwärtig ist, dort ist Licht.

Am Ende ist es auch eine prophetische Aussage: Nicht Nationalität schützt , sondern das Blut am Türpfosten

  • Am Anfang: gemeinsames Leid → Gott ist Herr über alles
  • IN der Mitte: bewusste Trennung → Gott erkennt sein Volk
  • Am Ende: persönliche Entscheidung → Rettung durch das Blut Jesu

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