1. Könige 18.16-46: Elia und die Baalspropheten auf dem Berg Karmel

Bibeltext im Zusammenhang

Zusammenfassung

Es kommt nicht darauf an, dass wir etwas glauben, sondern darauf an was wir glauben.

Jeder Glaube hat nur die Macht, die derjenige hat, an den wir glauben.

Ahab wusste also, dass es wegen des Gebetes des Elia nicht regnete. In der Not fällt sein Glaube an die Baals, sein vordergründiges Weltbild in sich zusammen. Umkehren will er trotzdem nicht.

Baal war ein Wettergott, der Wind, Wolken und Regen beherrscht. Indem er die Dürre beendet, ist er Spender der Fruchtbarkeit. Offensichtlich hat alles Gebet zu ihm bis dato nichts gebracht, ohne dass dies dazu führte, dass dieses Ritual hinterfragt wurde.

Offensichtlich traf die Hungersnot die Verantwortlichen für diesen nicht in gleichem Maße. Zu leiden hatte das Volk, die Propheten konnten ihren Ideologien weiter nachgehen. So ist es leicht erklärlich, dass die politische Elite die Not des Volkes nicht nachvollziehen kann und in einer anderen Welt lebt.

Trauen sie sich nicht angesichts der politischen Übermacht oder wissen sie keine Antwort. Andererseits treten sie trotz allem politischen Druck auch nicht auf die Seite der Baalspriester. Zu lange hat deren Anbetung keine Früchte gezeigt. Die Ideologie hat angesichts der katastrophalen Situation des Landes abgewirtschaftet. Die politische Elite hat ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Das Gebet des Elia, es möge 3 Jahre nicht regnen hat seine Wirkung nicht verfehlt.

Bisher hat das Volk sich in das totalitäre System eingefügt und den Mund gehalten oder mitgemacht. Aber die 3 1/2 Jahre Dürre hat das Volk mürbe gemacht.

Mindestens von einem Propheten weiß Elia, dass er auch noch übrig geblieben ist, nämlich Obadja.

Beiseitegegangen=austreten.

Nun gibt das Volk die Antwort, die es vorher schuldig geblieben ist.

Aber warum wird sich im Ergebnis im (Abwärts-)lauf des Volkes nichts ändern. Bei Ahab nicht und bei dem Volk nicht. Manchmal ist das auch bei unseren Missionsveranstaltungen so. Es kommt zu einer Berührung und zu einer Bekehrung. Aber es bleibt nicht viel. Fehlt es am Gebet? Ist es weil Elia ein Einzelkämpfer ist, der sich nicht mit den anderen Treuen im Land verbindet?

Manches sagen, dass Elia hier seinen Auftrag überschritt und dass Elia auch zum beispiel des übereifrigen Gottesmannes wird (Johannes Hartl). Moralisch gerechtfertigt scheint das Verhalten gleichwohl, denn der Baalskult, dem auch in großer Zahl Kinder zum Opfer fielen, kümmerte sich nicht um ihre Opfer.

Blick vom Gipfel des Karmel aufs Meer By Chenspec – Own work, CC BY-SA 4.0