. Er kann ziemlich genau auf 96/97 n. Chr. datiert werden, da Clemens begründet, er könne erst jetzt, nach der kürzlich zu Ende gekommenen «plötzlichen und einander nachfolgenden Drangsale und Leiden»62 schreiben. Er bezieht sich dabei offenbar auf die Verfolgung unter Domitian (81–96 n. Chr.), die mit dem Tod des Kaisers im September 96 n. Chr. zum Erliegen kam. Es handelt sich um ein Schreiben der Gemeinde in Rom an die Gemeinde in Korinth mit der Ermahnung, Frieden zu halten und die von einer jüngeren Generation abgesetzten Ältesten wieder in ihre Ämter einzusetzen. Aus dem Brief ist auch zu entnehmen, dass die römische Gemeinde zu dieser Zeit noch keine Autorität über andere Gemeinden im Reich beanspruchte. Vielmehr ist er ein Ausdruck der starken Verbundenheit der christlichen Gemeinden untereinander, die sich letztlich als ein Leib verstanden, als eine universale Gemeinde, die nur an verschiedenen Orten verstreut lebte.63